Cranio Sacrale Therapie

Die Cranio Sacrale Therapie ist aus der Osteopathie heraus entstanden, genauer gesagt aus der "Osteopathy in the Cranial Field" - begründet vom US-amerikanischen osteopathischen Arzt William Garner Sutherland D.O. (erstes Buch "The Cranial Bowl", 1939). Die heutige Ausprägung als von der Osteopathie losgelöste Therapieform erhielt sie ca. 1983 im wesentlichen durch John E. Upledger D.O. (erstes Buch "Craniosacral Therapy" 1983). Er veröffentlichte 1991 eine für Laien eher verständliche Einführung in die Craniosacralarbeit unter dem Titel "Your inner Physician and you". John E. Upledger D.O. reduzierte das Behandlungskonzept der "Osteopathy in the Cranial Field" auf ein Konzept aus 10 Schritten und verband es mit der alternativen Psychotherapie der 1970er Jahre zum Konzept der "Somato Emotional Release" (körperlich-seelische Lösung). Er postulierte dafür sogenannte "Energie -Zysten", in denen sich ein Trauma im Gewebe fixiere.

Ein Merkmal der Cranio-Sacral-Therapie ist ihre hypothetische Begründung. Diese Modelle basieren allerdings noch auf den Erklärungen der "Osteopathy in the Cranial Field" der 1950er Jahre, mit denen auch John E. Upledger D.O. als osteopathischer Arzt ausgebildet wurde. Man meinte damals, ein angenommener sogenannter "Cranio-Sacral-Rhythmus" (="Primary Respiratory Mechanism"), pulsiere in der Gehirn-Rückenmarksflüssigkeit (Liquor cerebrospinalis). Was letztendlich diese palpierbaren Pulsationen im Gewebe sind, ist physiologisch bisher nicht erklärbar. Dabei kann es sich um Rhythmen von 5-12 Zyklen, aber auch um ganz andere Rhythmen handeln. Weiteres wird den einzelnen Schädelnähten (und den darin enthaltenen Sharpey-Fasern) eine gewisse Beweglichkeit zugeschrieben, die untersucht und therapiert werden könne. Durch Berührung von Kopf und Rücken will der Therapeut Informationen über mögliche Blockaden dieses Flusses sammeln und dadurch auf mögliche Funktionseinschränkungen an Körper und Schädel einwirken, sowie indirekt auch auf Membranen innerhalb des Schädels (Falx cerebri, Tentorium, Falx cerebelli) und die harte Hirnhaut (Dura mater) beeinflussen. Dieses Vorgehen soll den "Energiefluss" verbessern und Selbstheilungskräfte aktivieren, Funktionseinschränkungen und seelische Traumata lösen.